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Astronomie in Bern

Astronomie in Bern

1812

führten die napoleonische Ingenieurgeographen Henry und Deleros mit Prof. Friedrich Trechsel in Bern die genaue Ortsbestimmung durch, nach welchem Wert die Schweizerische Triangulation orientiert wurde. Die Sternwarte war damals noch ein Provisorium und stand auf der Grossen Schanze. Prof. Trechsel erkannte schnell das eine ständiges Observatorium( Sternwarte) von grossem Vorteil war. Ihm ist es auch zu verdanken, dass Bern in Besitz eines solchen kam.

1821/1822

wurde der definitive Neubau der Sternwarte an der gleichen Stelle, damalige Bastion Hohliebi, errichtet.
Folgend Instrumente waren ein Teil der Sternwarte:
1. ein grosser Ramsden'scher Azimutaltheolit
2. ein Mittagsfernrohr
3. ein grosser Bordakreis
4. ein reichenbach'scher Repetitonstheolit
5. ein Fernrohr mit einem Heliometer
6. ein Sextant
7. eine Pendeluhr


1826

begann die Systematische meteorologische Beobachtung. Bern war eins der ersten Observatorien der Schweiz, nebst Basel und St. Gallen.


1839

trug man die Grosse Schanze ab, wobei aber das Observatorium stechengelassen wurde.


1847

trat Prof. Rudolf Wolf die Direktion des Observatoriums an. Obschon ihm nur geringe Hilfsmittel zur Verfügung standen, entdeckte er die Sonnenfleckenperiode von 11 1/9 Jahren, sowie gleichzeitig mit Sabine und Gautier, den Paralismus zwischen Fleckenhäufigkeit, Fleckengrösse und der magnetischen Deklinationsvariation.


1852

würdigte die Universität Bern Prof. Wolf mit dem Ehrendoktor für diese Erkenntnisse


1853

baute man einen kleinen Turm mit Kuppel an das damalige Observatorium.


1854

schaffte man einen Ertel'scher Meridiankreis an


1855

beruf man Prof. Wolf an nach Zürich an das eidg. Politikum. Die Nachfolge trat Prof. Heinrich Wild und dessen Freund Prof. Sidler an. Sie führten noch eine Zeitlang die Astronomischen Beobachtungen fort und es wurde sogar noch eine Tiede- Pendeluhr mit elektrischem Chronographen angeschafft. Später wandte sich Wild der Meteorologie zu und das Observatorium wurde mehr und mehr zu einem Zentrum meteorologischer Studien.


1869

führt Plantamour seine bekannten Längen- und Breitenbestimmungen mit dem Meridiankreis aus. 46° 57' 08.66" 7° 26' 20.00"

1876

riss man das alte Observatorium ab und senkte den Hügel um die Hälfte. Danach baute man das physikalische Institut welches das tellurische Observatorium beherbergte. Mit der Hilfe des tellurischen Observatorium wurde der Meridiankreis neu bestimmt.

1880-1921

unterrichtete man Astronomie nur noch in der Theorie, da kein Geld für eine Sternwarte zur Verfügung stand.

1910

übernahm Prof. Sigmund Mauderli das Zepter. Sein bestreben lag darin wieder ein Observatorium zu errichten. Er ruhte auch nicht eher, als das er die nötigen Instrumente und Gelder für den Bau der Heutigen Sternwarte Muesmatt zusammen hatte. Die Instrumente wurden aus Staatlichen Mitteln finanziert. Der Bau verdankte die Sternwarte der Mithilfe reicher, der Astronomie gutgesinnter Gönner, die noch heute auf einer Gedenktafel in der Sternwarte verewigt sind.

1921

gründete Prof. Mauderli das Astronomische Institut.

Prof. Mauderli arbeitete in der klassischen Astronomie. In Zusammenarbeit mit dem Astronomischen Recheninstitut in Heidelberg wurden Bahnen von Kleinplaneten und Kometen durch numerische Integration und Störungsrechnungen bestummen.

1921-1922

fand der Bau der Heutigen Sternwarte statt. Die Sternwarte setzte sich aus zwei Arbeitsräumen und einer Dunkelkammer im Erdgeschoss zusammen. Drüber ist der Kuppelbau mit einem Durchmesser von 5 Meter und einen kleinen Raum der Atlanten und weitere Hilfsmittel wie einige Nebeninstrumente enthielt. Schon damals war der Ort der Sternwarte nicht mehr so günstig, aber man gab sich damit zu Frieden, weil das Land vom Staat zur Verfügung gestellt wurde.Das Hauptinstrument war ein Refraktor der Firma Merz (ehemalig Utzschneider und Frauenhofer). Seine Länge ist 3060 mm und hat eine Öffnung von 175mm. Die Vergröserung ligt zwischen 80 und 300 mal. Angetrieben wir des mit einr Uhr mit Fliehkraftwerk. Das Instrument war damals noch in einem sehr guten Zustand, welcher es eigentlich bis heute beinahe halten konnte. Auf dem Teleskop ist noch eine Astrokammera mit 120mm Brennweite und 50mm Öffnung. Im weiteren befindet sich einen Kometensucher und ein kleiner Meridiankreis am Instrument.

Weitere Instrumente:
Astrophotometer
Diverse Chronometer
Positionsfadenmikrometer
Prismenkreis
Probtuberanzenspektroskop
Universalinstrument
Sextant
Spiegelfernrohr mit einer Öffnung von 1600 mm

Eine selbstgebaute Zeitanlage erlaubte automatischen Empfang der drahtlosen Zeitsignalen zum Vergleich der zwei Pendeluhren von Tiede, Zenit und eines Chronometers von Nardin.

1946

wurde Prof. Max Schürer Direktor des Instituts. Er Verbreitete insbesondere das Vorlesungsangebot. Seine Astrophysik und seine Beobachtungen zur Struktur und Bewegung der Milchstrassensystem wurden für viele Physik- und Mathematikstudenten zu einem Begriff.

1951-1952

sammelte Prof. Schärer Geld bei Privaten Dozenten für den Bau einer Zweigesternwarte auf dem Längenberg.

1954

genehmigte der Grosse Rat den Bau

1955-1956

wurde die Sternwarte gebaut und 1956 noch eröffnet

1959

setzte man vor allem die Schmidt- Kamera zur Himmelsüberwachung ein. Supernova suche, Kleinplaneten- und Kometenjagden waren angesagt.

1961

erfolgte der Umzug des Instituts von der Muesmattstrasse an die Siedlerstrasse, ins Institut für exakte Wissenschaften.

1976

konnte in Zimmerwald die Kuppel, die Sogenannte Satellitenbeobachtungsstation Zimmerwald, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Physik gebaut werden.

1980

wurde Prof. Paul Wild Direktor des Instituts. Zusätzlich zu seiner sehr erfolgreichen Beobachtungstätigkeit setzte er in der Lehre neue Akzente.

1989

erschuf man mit dem Kauf einer CCD- Kamera eine Gruppe für Optische CCD- Astrometrie

1991

wird Prof. Gerhard Beutler neuer Direktor des Instituts und Leiter der GPS- Gruppe

1992

gründete man das CODE- Rechenzentrum. CODE steht für Center for Orbit Determination in Europe. Die Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Institut für Angewandte Geodäsie(IfAG), dem französischem Institut Géographique National (IGN), dem Bundesamt für Landestopographie (L+T) und dem AIUB erwies sich als äusserst effizient und fruchtbar.

1995

beteiligte sich die ETH Zürich durch Bau und Betrieb einer Gravimeterstation in Zimmerwald.

 
Astronomische Jugendgruppe Bern - ©2008 | Letzte Änderung: 01.04.2017